Orthopädie und orthopädische Chirurgie

Unsere orthopädische Abteilung befasst sich mit der Rekonstruktion von Folgen älterer Verletzungen und der Behandlung von Gelenkverschleiß (Arthrose) von Hüftgelenk und Kniegelenk sowie Schädigungen der Bänder.

Um einen Gelenkersatz möglichst lange hinauszuzögern oder gar zu vermeiden, müssen frühzeitig erkannte Schäden oder Verletzungen behoben werden, was in der Regel durch eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) über kleinste Operationsschnitte möglich ist.

In der Beckerklinik werden jährlich ca. 160 Spiegelungen des Kniegelenks durchgeführt. Davon sind ca. 60 Kreuzbandersatzoperationen und Implatationen eines künstlichen Meniskus oder Knorpelzellentransplantationen.

  • Gelenkspiegelungen (Arthroskopie)

    Um einen Gelenkersatz möglichst lange hinauszuzögern oder gar zu vermeiden, sollten frühzeitig erkannte Knorpelschäden oder Bandverletzungen behoben werden. Das passiert in der Regel durch eine Gelenkspiegelung (Arthroskopie) über kleinste Operationsschnitte. Die Gelenkspiegelung ist grundsätzlich an allen Gelenken möglich. Am weitesten verbreitet ist der Eingriff am Kniegelenk.

    Spiegelung des Kniegelenks

    Unser Spezialist: Frank Becker

    Der Meniskus erfüllt viele wichtige Aufgaben im Knie. Er funktioniert als „Puffer“ zwischen den Gleitflächen von Ober- und Unterschenkel, verteilt die Gesamtlast im Knie und sorgt für die „Gelenkschmierung“, Schockabsorption und vor allem Stabilität. Wenn diese Funktionen nicht mehr erfüllt werden, kann sich eine Kniearthrose entwickeln.

    Meniskusverletzungen können traumatisch (Folge eines Unfalls) oder degenerativ (Folge von Abnutzung) sein, müssen jedoch fast immer operativ behandelt werden. Durch eine möglichst zeitnahe Versorgung können Folgeschäden an den Knorpelflächen verhindert werden. Hier ist es mit dem schonenden Verfahren der Athroskopie möglich, die notwendige Operation in der Regel ambulant durch zu führen.

    Bei verschleißbedingten Veränderungen muss in der Regel eine Teilentfernung durchgeführt werden.

    Bei seltener auftretenden frischen Rissen ist meist eine Naht (Refixation) möglich.

    Ersatz des Meniskus

    Unser Spezialist: Dr. Alexander Ernst

    Partielle Verletzungen und Schäden an Innen- und Außenmeniskus werden vor allem mit synthetischem Meniskusgewebe ausgeglichen. Das neu entwickelte, schwammartige Material ist durch seine poröse Struktur besonders gut zum Einwachsen geeignet. In seine dicht vernetzte Porenstruktur wachsen Blutgefäße ein, um die neues körpereigenes Gewebe gebildet wird. Sobald das neu entstandene natürliche Gewebe seine Funktion aufnimmt, wird das Implantat aufgelöst und vom Körper abgebaut.

    Der Eingriff erfolgt minimal invasiv, das heißt durch einen kleinsten Hautschnitt und unter maximaler Erhaltung des gesunden Gewebes.

    Ersatz des vorderen Kreuzbands

    Unsere Spezialisten: Frank Becker und Dr. Alexander Ernst

    40 % aller Knieverletzungen sind Bandverletzungen. Zu über 60 % sind die Kreuzbänder betroffen. Ein Kreuzbandriss ist meist eine Sportverletzung. In der Regel ist das vordere Kreuzband betroffen. Es wird unterschieden zwischen: kompletter Ruptur des Kreuzbandes, Teilruptur des Kreuzbandes sowie Ruptur durch Ausriss an der knöchernen Verankerung des Kreuzbandes.

    Bei Rupturen der Außen- oder Innenbänder des Kniegelenks kann normalerweise ein spontanes Zusammenwachsen durch Ruhigstellung gefördert werden. Diese Selbstheilung ist aber bei dem vorderen oder hinteren Kreuzband nicht der Fall. Je jünger und aktiver der Patient, umso eher ist die operative Wiederherstellung der Kreuzbandfunktion angezeigt.

    Die Kreuzbandrekonstruktion kann den ursprünglichen Zustand des Knies nicht ganz wiederherstellen. Das natürliche Kreuzband enthält Dehnungs- und Lagesensoren, die dem Gehirn Position und Spannungszustand mitteilen und so die Bewegungskoordination unterstützen. Diese Rezeptoren sind in einem Kreuzbandtransplantat nicht enthalten. Daher geht diese sensorische Funktion nach Kreuzbandriss verloren. Lediglich die mechanische Stabilität wird verbessert.

    Die beste Voraussetzung für diese Operation ist ein reizloses, abgeschwollenes Kniegelenk. Bei akuter Verletzung wird das Kreuzband daher auch nicht sofort operiert. Hier wird der Einsatz von Physiotherapie wichtig, um das Knie zu stabilisieren und die Muskulatur zu verbessern.

    Knorpelersatz und Knorpeltransplantion am Knie

    Unser Spezialisten: Frank Becker und Dr. Alexander Ernst

    Knorpelschäden werden durch vielfältige Ursachen hervorgerufen. Sie führen früher oder später zu Arthrose und  Knieschmerzen sowie zu fortschreitendem Gelenkverschleiß. Knorpeldefekte heilen nicht von selbst aus, denn der Körper ist nicht in der Lage, den Knorpel nachwachsen zu lassen.

    Bei der Knorpeltransplantation oder auch Knorpelzell- oder Chondrozyten-Transplantation handelt es sich um ein neuartiges Operationsverfahren, das Knorpelschäden mit Hilfe von körpereigenen Knorpelzellen repariert. Es wird von wenigen ausgesuchten Spezialisten in Deutschland erfolgreich durchgeführt.

    Nachdem bei einer ersten Kniespiegelung Knorpelzellen aus dem einem nicht belasteten Areal des Gelenkes entnommen wurden, werden die Zellen in ein Speziallabor gesandt, wo sie in einem Spezialverfahren im Reagenzglas durch natürliche Zell-Teilung vermehrt werden.

    Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Knorpeltransplantation ist ein stabiles Gelenk, eine normale Gelenkachse und das Fehlen freier Gelenkkörper, welche das Transplantat gefährden könnten.

  • Korrektur von Fehlstellungen am Fuß

    Hallux valgus

    Beim so genannten Ballenzeh (Hallux valgus) handelt es sich um eine Stellungsänderung des 1. Mittelfußstrahles nach innen und eine daraus resultierende Abweichung der Großzehe nach außen, welche hauptsächlich bei Frauen auftritt. Angeborene abnorme Gelenkstellungen sind ebenso verantwortlich wie eventuell falsches Schuhwerk oder Fehlbildungen des Fußes. Mit dem Hallux valgus gemeinsam treten häufig Veränderungen an den übrigen Zehen auf (Hammerzehen und Krallenzehen).
    Im Anfangsstadium können konservative Maßnahmen wie Einlagenversorgung und Fußgymnastik ausreichend sein. Bei entsprechender Schmerzsymptomatik wird die operative Korrektur erforderlich.
    Ziel der operativen Behandlung ist die Wiederherstellung der Achse des 1. Fußstrahles unter Erhalt des Großzehengrundgelenkes, was durch Osteotomien mit Verschiebung und Achskorrektur des Mittelfußköpfchens oder einer Achskorrektur im Basisbereich des 1. Mittelfußknochens erreicht wird. Die Operationsmethode ist individuell abhängig vom Ausmaß der Fehlstellung.

     

    Hallux rigidus

    Auch beim Hallux rigidus, der Großzehengrundgelenkarthrose, kann durch Verkürzung des Knochens mit gleichzeitiger Sanierung des Gelenkes Schmerzfreiheit erzielt werden. Alternativ kommen hier auch prothetische Versorgungen oder Versteifungsoperationen zum Einsatz.